"Die Erhöhung der Gruppenstärke auf 30 Kinder in unseren Kindergärten ist pädagogisch abzulehnen"

Fraktion

In einem gemeinsamen Schreiben an die Kultusministerin, haben die kommunalen Landesverbände sich bereit erklärt, um den Rechtsanspruch Plätze für die Kinderbetreuung zu erfüllen, „die Aufnahme von bis zu zwei Kindern zusätzlich über die derzeit geltende Höchstgruppenstärke hinaus befristet zu ermöglichen“. Im Klartext bedeutet dies, dass bis zu 30 Kinder in einer Gruppe sein dürfen.  SPD-Fraktionsvorsitzender Norbert Zeller, selbst Sonderpädagoge, hält diese Entwicklung für verheerend und gehe eindeutig zu Lasten der Qualität.

Offensichtlich wurde in der Vergangenheit versäumt, rechtzeitig die notwendigen Räumlichkeiten für eine qualifizierte Arbeit im Elementarbereich zu schaffen. Erschwerend komme hinzu, dass der Personalmangel eklatant sei.

Und um noch die ganze Sache weiter zu verschärfen, hat die Kultusministerin den Einschulungsstichtag vom 30. September auf den 30. Juni in drei Jahresschritten vorverlegt. Kinder, die nach diesem Stichtag schulpflichtig werden, sind nun länger (ein Jahr) auf einen Platz in einer Kita angewiesen.  „Damit schiebt die Kultusministerin den Kommunen einseitig die Belastungen zu“, so Zeller.

Da die Landkreise Adressaten des Rechtsanspruchs auf einen Kindergartenplatz sind, hat die SPD-Kreistagsfraktion nun Fragen an die Kreisverwaltung gestellt. So will die Fraktion wissen, wie sich derzeit die Situation in den Kindertagesstätten im Bodenseekreis hinsichtlich der personellen Versorgung und räumlichen Ausstattung darstellt und wo es Engpässe gibt. Auch soll dargelegt werden, mit welchen steigenden Kinderzahlen im Elementarbereich in den nächsten 10 Jahren zu rechnen ist und in welchen Kommunen es besondere Entwicklungen gibt. Insbesondere will die SPD wissen, welche pädagogischen Auswirken die Erhöhung der Höchstgruppengrenze auf 30 Kinder hat. „Eine inklusive Arbeit mit so vielen Kindern ist völlig undenkbar“, stellt SPD-Kreisrätin Ingrid Sauter fest. Für die SPD muss es selbstverständlich sein, dass auch Kinder mit Behinderungen in den Regelkindergarten gehen. Dazu brauche es kleine Gruppen mit ausreichendem Personal.

 

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